Tragödie LoveParade 2010: 21 Tote, über 500 Verletzte – auch Menschen aus OWL unter den Toten

Erstellt von teuto-card.de am Montag 26. Juli 2010

Was seit 21 Jahren für friedliches Feiern zu elektronischer Musik stand, das Miteinander im Fordergrund stehend, wird am Samstag des 24. Juli 2010 zur Tragödie. Die LoveParade – die größte Tanzveranstaltung der Welt – verliert ihre Unschuld.

Nach 2007 in Essen, 2008 in Dortmund, fand die LoveParade dieses Jahr zum dritten Mal im Ruhrgebiet statt. Die Stadt Duisburg wollte mit dem Techno Festival einen Höhepunkt der Ruhr 2010 setzen. Die Veranstalter richteten das Festival auf dem alten Güterbahnhof der Stadt aus, was von vorn herein auffiel, es handelt sich um keine wirkliche Parade, sondern um ein abgesperrtes Gelände zwischen Bahngleisen und Autobahn.

Einige LoveParade Veteranen, die auch noch die Parade aus Berliner Tagen kennen zweifeln verhalten, keiner denkt aber wohl, was wenig später passieren wird. Im einzigen Zu- und Ausgang des Geländes müssen alle Besucher durch einen Tunnel, im Übergang zum Gelände kommt es zur Katastrophe: Zu viele Menschen, Stau, Gedränge, Panik. Menschen wollen über eine schmale Treppe flüchten, klettern Masten hoch, einige stürzen ab, werden zu Tode getrampelt, zerquetscht, ersticken.

Augenzeugen berichten von kriegsähnlichen Szenen, Sanitäter kommen gar nicht an die Unglückstelle heran, müssen kategorisieren zwischen hoffnungslos, wiederzubeleben bis hin zu leicht verletzt. Die traurige Bilanz, 21 Tote, über 500 Verletzte. Auch eine 19 jährige Bielefelderin und ein 18 jähriger aus Bad Oeynhausen sind unter den Todesopfern.

Die Frage, die sich sofort aufdrängt: Warum? Währendessen läuft die Party ungedämpft weiter, die DJs heizen der Masse sogar noch ein. Sicherlich war es klug, die Veranstaltung nicht abrupt zu beenden, um weitere Panik auszulösen, doch letztlich führte erst die Absage von den DJs David Guetta und Westbam dazu, dass die Boxen um 23 Uhr verstummten.

Wer ist für diese katastrophale Organisation verantwortlich zu machen? Wie kann man 100-Tausende Menschen derart einsperren? Vergleicht man Duisburg mit Berlin, so haben die Massen immer eine Rückzugsmöglichkeit im Tiergarten gefunden, nicht auszudenken, wenn man die Straße des 17. Juni und den Großen Stern eingezäunt hätte!

Eine Großveranstaltung, die Dr. Motte 1989 erstmals initiierte, so vielen Millionen Menschen weltweit Freude brachte, nimmt nun mit dieser Tragödie ihr Ende. 21 Jahre LoveParade – das war´s.

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